Serenadenkonzert am 24.6.2018


 

Eine Serenade wie ein Geschenk

 

Ganz zwanglos, sogar ohne einen Cent Eintrittsgebühr zahlen zu müssen, konnten Musikliebhaber und Spaziergänger durch die Durlacher Altstadt in der Stadtkirche eine Abendmusik erleben, zu der sich der Fächerchor mit dem Durlacher Bläserensemble unter der Leitung von Peter Arestov vereint hatten. Johannes Blomenkamp, Leiter der Durlacher Kantorei, steuerte freundschaftlich seine Künste als Organist für zwei Gemeindegesänge bei, denn – zwar war diese Serenade kein Gottesdienst, doch erinnerte die Einbeziehung des Publikums ins Programm an einen Ursprung des Chorgesanges: Das gemeinsame Singen von Volksliedern.

 

Volksliedsätze bildeten auch den größten Anteil im Programm. Die teils sehr pfiffigen Arrangements, etwa Hugo Alfvéns Fassung von „Zum Tanze, da geht ein Mädel“, zeigten die Stärken des Fächerchores: Er bietet nicht große Klangmassen auf, er ist ein agil, flexibel und klangschön agierender Kammerchor, der in diesem Repertoiresegment ganz zu Hause ist. In den a cappella aufgeführten Nummern verbargen sich auch klingende Juwelen wie Gabriel Joseph Rheinbergers „Abendfriede“, mit dem der Chor geradezu glänzte.

 

Das Durlacher Bläserensemble profilierte sich zunächst mit eigenen Nummern, Stücken von Komponisten des 20. Jahrhunderts, darunter Filmmusik und lateinamerikanische Werke. Gelangen diese äußerst schwungvoll und sehr ansprechend, so stellte sich das Zusammenwirken beider Klangkörper als nicht unproblematisch heraus, was teils auch der Auswahl der Stücke geschuldet sein mag: Zu massiv wirkt der Klang moderner Blechblasinstrumente, zumal in dieser relativ großen Besetzung, in der halligen Akustik der Kirche, droht den Chorklang zu erdrücken. Schön und anregend war die wohl für alle Zuhörer erste Begegnung mit einem Vokalwerk des bedeutenden Komponisten und Pianisten Anton Arenskij, für deren Aufführung man Peter Arestov sehr dankbar sein kann. Die Stücke op. 57, im Titel als „Vokalquartette mit Violoncello“ ausgewiesen, sollten freilich – auch um das obligate Violoncello nicht zu übertönen – mit Solostimmen besetzt sein. Sie sind ebenso virtuos geschrieben, wie die beiden Serien der „Liebeslieder“ von Brahms, die ja gleichfalls ein Solistenquartett fordern. Katrin Lorbeer führte als Moderatorin durch den Abend, auf geistreich-humorvolle Weise. Ein stimmungsvoller Abend.

 

Hartmut Becker - Badische Neueste Nachrichten Karlsruhe - 26.6.2018  

 


 

Der Fächerchor nach dem Serenadenkonzert am 24. Juni 2018 in der Stadtkirche Durlach (Foto © Barbara Arestov)




Weitere Auftritte des Chors

Der Fächerchor sang am 11.4.2018 im Anna-Walch-Haus: