175 Jahre Fächerchor

Wir begeben uns ins 19. Jahrhundert, das revolutionäre Umbrüche in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen mit sich bringt. Es beginnt die Zeit der Industrialisierung und es ist das Jahrhundert der Gründung von Interessenverbänden, –gruppierungen, und Vereinen. Hier beginnt auch die Geschichte des heutigen Fächerchor Karlsruhe e. V.

 

1841 - Gründung des Karlsruher Liederkranz durch Musiklehrer Carl Spohn.

 

1844 – Zusammen mit der Liederhalle Karlsruhe und zahlreichen anderen Chören aus dem nord- und mittelbadischen Raum Teilnahme am „Ersten Badischen Gesangsfest“.

 

1862 – Am 15. September gründen die Delegierten von 42 badischen Gesangvereinen den Badischen Sängerbund, der heute Badischer Chorverband heißt. Der gewählte, fünfköpfige Hauptausschuss bestand aus drei Mitgliedern des Karlsruher Liederkranz und zwei Mitgliedern der Liederhalle Karlsruhe. Der erste Präsident des Sängerbundes wurde Friedrich Mossdorf von der Liederhalle Karlsruhe.

 

1866 - Zu seinem 25-jährigen Jubiläum zählt der Liederkranz 300 Mitglieder. 

 

1891 - Zum 50. Bestehen führt der Verein ein Festkonzert auf, bei dem der Großherzog von Baden anwesend ist.

 

1914 - 1918 In den Jahren des 1. Weltkrieges veranstaltet der Liederkranz Konzerte für wohltätige Zwecke und veranstaltet sogenannte Lazarettsingen.

 

1922 - In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg erlebt der Chor einen großen Aufschwung und zählt im Jahr 1922 insgesamt 1118 Mitglieder.

 

1928 - Anlässlich des 100. Todestages von Franz Schubert  nimmt der Liederkranz am Gau-Sängertag in Karlsruhe teil.

 

1932 – Dem Verein wird durch den Badischen Sängerbund die Conradin Kreuzer Medaille verliehen.

 

1941 - Sein 100-jähriges Bestehen krönte der Karlsruher Liederkranz mit einem Konzert und einem Bankett, bei dem er als erster Chor die Spohn-Hebel-Plakette erhält.

 

1939–1945 - Der 2. Weltkrieg verschont auch die Chöre nicht. In der Nacht vom 2./3. September 1942 wird das Vereinslokal des Liederkranzes, das Klapphorn, durch Bomben völlig zerstört 1944 ereilt das neue Domizil des Liederkranzes, der Friedrichshof, durch Fliegerbomben das gleiche Schicksal. Danach werden die Chorproben eingestellt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges ergibt sich, wie für viele Vereine in ganz Deutschland, eine traurige Bilanz: Eine große Anzahl von Sängern und passiven Vereinsmitgliedern sowie deren Angehörigen sind gefallen, schwer verwundet oder in Gefangenschaft. All diese Menschen werden uns in ewigem Gedenken bleiben.

 

1946 - Es ist bewundernswert, dass trotz der großen Sorgen und Nöte der Menschen unmittelbar nach Beendigung des Krieges der Liederkranz im Februar seine Probenarbeit wieder aufnimmt.

 

1960 In der Folge der Jahre normalisiert sich das Vereinsleben, wenn auch quantitativ auf wesentlich niedrigerem Niveau als vor dem Krieg. Die beiden Chöre Karlsruher Liederkranz und Liederhalle Karlsruhe ziehen daraus die Konsequenzen und fusionieren am 25.03.1960 zu dem neuen Chorgebilde Karlsruher Liederkranz-Liederhalle 1841/42.Bei der Gründung zählt der Chor 130 Sänger.

 

1970 Der Gesangverein Concordia Karlsruhe (gegr. 1875) schließt sich dem Männerchor Karlsruher Liederkranz-Liederhalle 1841/42 an. Die neue Chorgemeinschaft gibt sich den Namen Karlsruher Männerchor e.V.

 

1974 - Die Mitgliederversammlung beschließt  die Gründung eines Frauenchores. Nach den ersten Proben im Mai steigt die Mitgliederzahl der Sängerinnen innerhalb weniger Wochen von 20 auf 40 an. 

 

1975 – Die Mitglieder beschließen die Änderung des Chornamens in Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V.

 

1978 - Nach und nach wird die Zahl der Sängerinnen im Chor größer als die der Männer. Mit 70 Sängerinnen führt der Frauenchor 1978 im Süddeutschen Rundfunk unter anderem die Seeger-Komposition Erfüllte Zeit auf.

 

1983 - Der gemischte Chor gestaltet Rundfunkaufnahmen im Karlsruher Studio des Süddeutschen Rundfunks mit Seegers Televisionen. Die Aufführung des Oratoriums  Die Jahreszeiten von Joseph Haydn gehört zu den Höhepunkten in der Geschichte des Chores.

 

1985 - Auf Initiative des damaligen Chorleiters Peter Seeger wird  ein Jugendchor gegründet unter dem Namen Folklore-Ensemble des Karlsruher Männer- und Frauenchores. Die anfängliche Mitgliederzahl von 19 Sängerinnen und Sängern verdoppelt sich innerhalb kurzer Zeit.

 

1992 - Ein Jahr nach dem 150-jährigen Bestehen des Chores verlässt Chorleiter Peter Seeger den Karlsruher Männer- und Frauenchor. Sein Nachfolger wird Nikolaus Indlekofer (seit 2008 Musikdirektor im Karlsruher Institut für Technologie – KIT). Mit ihm erlebt der Chor eine enorme qualitative Fortentwicklung.  

 

1999 - Ute Kubesch-Christoph wird die neue Dirigentin des Chores (heute Kreischorleiterin des Chorverbands Karlsruhe). Der Frauenchor feiert sein 25-jähiges Bestehen.

 

2001 - Anlässlich seines 160-jährigen Bestehens führt der Chor am 11.11. die  Harmonie-Messe  von Joseph Haydn auf. Im gleichen Jahr erfolgt die Trennung vom Folklore-Ensemble.

 

2004 - Die Aufführung des Gloria in D-Dur von Vivaldi zusammen mit der Kantate  Machet die Tore weit von G. P. Telemann am 28.11. in der Bernharduskirche in Karlsruhe wird zu einem der Höhepunkte während des Dirigats von Ute Kubesch-Christoph.

 

2005 - Bei einem Chorwettbewerb des Badischen Sängerbundes in Karlsruhe ersingt sich der Chor im Jahr 2005 den Titel “Leistungschor“.

 

2008 - Nach 10 Jahren endet das Dirigat von Chorleiterin Ute Kubesch-Christoph. Nachfolger wird Edzard Burchards.

 

2009 - Die Mitgliederversammlung  entscheidet über den Vorschlag einer zeitgemäßeren Namensgebung und beschließt die Neubenennung des Chores in  Fächerchor Karlsruhe e. V.

 

2012 - Nach nur drei Jahren verlässt Edzard Burchards im Frühjahr 2012 den Chor. Michael Hegenauer, der noch im Musikstudium steht, tritt die Nachfolge an und bestreitet schließlich mit dem Chor und dem Evangelischen Kirchenchor Neureut-Nord ein Konzert im November 2012 mit der Missa in C (Dominicusmesse) von W. A. Mozart mit Bravour.

 

2013 - Anfang Mai 2013 muss sich der Fächerchor von Michael Hegenauer trennen, der eine Referendarstelle fernab von Karlsruhe annimmt. Mitte Mai übernimmt Annedore Hacker die Leitung des Chores. Die Entwicklung der letzten 5 Jahre hat gezeigt, dass der Fächerchor nicht von Nachwuchssorgen verschont bleibt, wie viele andere Laienchöre auch. Um das Niveau des Chores zu erhalten, entschlossen sich die Chormitglieder, eine neue Chorformation, das Fächerensemble, zu gründen, um vor allem jüngere Sängerinnen und Sänger zu gewinnen.  

 

2015 - Ende Juli verlässt die Chorleiterin, Frau Annedore Hacker, den Fächerchor. Ihr Nachfolger wird ab 1. Oktober Herr Peter Arestov.

 

2016 - Der Fächerchor wird 175 Jahre alt. Am 15. Oktober führt der Chor, in Begleitung der Kammerphilharmonie Mannheim, in der Kirche St. Elisabeth in Karlsruhe Psalmenvertonungen von Felix Mendelssohn Bartholdy auf. Die Chordarbietungen umfassen die Psalmen Nr. 95 - Kommt, laßt uns anbeten, Nr. 42 - Wie der Hirsch schreit sowie die Hymne op. 96 - Drei geistliche Lieder. Das Konzert  ist ein voller Erfolg.